Ost-West-Gefälle auch am deutschen Datenmarkt?
Pünktlich zum Jahrestag des Falls der Berliner Mauer häufen sich gesellschaftliche Debatten über den Stand der Wiedervereinigung und vor allem das wirtschaftliche Ost-West-Gefälle. Doch ist dieses Phänomen auch im deutschen Daten-Markt vorhanden oder profitieren gerade die neuen Bundesländer von neuen Technologien?
PROCON Data Insights hat die derzeitige Projektsituation für die Felder Data Engineering, – Science und Analytics ausgewertet und kommt zu folgendem Ergebnis: auch 33 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es gravierende Unterschiede zwischen Ost und West!
Top Ten der deutschen Projektstandorte
Offensichtlich wird die Vorherrschaft des Westens im deutschen Daten-Markt bereits beim Blick auf die Liste der Städte mit den meisten IT-Projekten, wo sich mit Berlin nur eine Stadt auf dem Gebiet der ehemaligen DDR unter den Top Ten platzieren kann.
Dabei erzeugt die Strahlkraft Berlins erzeugt nur bedingt positive Effekte für die restlichen neuen Bundesländer: Während in Sachsen und Thüringen durch Städte wie Dresden, Leipzig und Jena zumindest in moderatem Maße Projekte durchgeführt werden, sind weite Teile Brandenburgs, Mecklenburg-Vorpommerns und Sachsen-Anhalts komplett von der IT-Landkarte abgeschnitten.
Heatmap der deutschen Projektstandorte
Ganz anders sieht die Lage in den alten Bundesländern, insbesondere im Westen und Süden, aus: In Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg, aber auch um die Finanzmetropole Frankfurt herum, haben sich Cluster gebildet, in denen heute ein Großteil der IT-Projekte in Deutschland beheimatet sind.
Es steht zu befürchten, dass der Zuzug von IT-Fachkräften in diese Regionen die Clusterbildung noch zusätzlich anheizen und zu einem weiteren Zurückfallen der neuen Bundesländer führen könnte.